So hoch ist der Stromverbrauch des Internet
So hoch ist der Stromverbrauch des Internet

Damit das Internet überhaupt funktioniert, sind ausgesprochen große Server erforderlich, die 365 Tage im Jahr laufen – und das natürlich 24 Stunden lang. Schlussendlich muss jede einzelne Suchanfrage verwaltet, jede einzelne Datei durch Server geleitet und am Ende gespeichert werden. Durch diese Vorgänge wird Energie verbraucht und es entsteht Wärme. Die Serverräume werden also noch zusätzlich klimatisiert.

Google behauptet, eine Suchanfrage würde 0,0003 kWh benötigen

Wäre das Internet ein Land, so würde es Platz 6 beim weltweiten Stromverbrauch einnehmen. Das heißt, das Internet und die damit verbundenen Geräte verbrauchen also mehr Strom als Russland – oder genauso viel wie Deutschland und Kanada gemeinsam.

Um herauszufinden, wie groß etwa der Anteil des Stromverbrauchs ist, der durch Google-Suchanfragen entsteht, sind mehrere Faktoren zu berücksichtigen. Doch selbst Experten stehen hier vor dem Problem, dass das kaum berechnet werden kann. Denn der Wert schwankt nach Schwierigkeitsgrad der Suchanfrage sowie der Serverauslastung. Zudem hat auch die Außentemperatur einen Einfluss. Ist es draußen warm, so steigt der Energiebedarf der Server, da diese eine höhere Leistung zu erbringen haben. Im Jahr 2009, also vor über einem Jahrzehnt, war in der Sunday Times zu lesen, eine einzige Suchanfrage würde rund 0,003 kWh benötigen. Google hat daraufhin klargestellt, man würde – wenn überhaupt – nur 0,0003 kWh benötigen. Google konnte jedoch keine Erklärung abgeben, wie dieser Wert berechnet worden ist. Das heißt, auch heute ist noch nicht klar, wie hoch der kWh-Wert/Suchanfrage ausfällt.

Kein Ende in Sicht – Stromverbrauch wird steigen

In naher Zukunft wird der Stromverbrauch steigen. Das liegt an der Vielzahl möglicher Geräte, die mit dem Internet verbunden werden können. Nicht nur, dass man stets mit Tablet und Smartphone online ist, gibt es schon Kühlschränke mit Kameras, die überwachen, wie lange die Lebensmittel noch haltbar sind, smarte Kopfkissen, die zu vibrieren beginnen, wen man schnarcht oder auch eine Dusche mit Sprachassistent.

Zudem gibt es heute auch noch das digitale Geld. Kryptowährungen, also Bitcoin, Ether und Co., rücken immer mehr in den Mittelpunkt der Gesellschaft. Auch wenn etwa über Bitcoin Code spekuliert wird, benötigt man Strom – und der Bedarf, den Kryptowährungen haben, ist gar nicht so gering.

Das „Internet of Things“ spielt eine immer größer werdende Rolle und ist der Grund, warum es in absehbarer Zeit auch keine spürbare Entlastung beim Stromverbrauch geben wird. Vor allem sind es auch die Videostreaming-Angebote, die immer häufiger in Anspruch genommen werden. Hier wird ein immenser Datenverkehr erzeugt. Wer etwa eine Stunde lang Netflix konsumiert und dabei die Full HD-Auflösung wählt, hat einen Verbrauch von rund 3 GB Daten – mit dieser Energie könnte eine 30 Watt-Lampe rund 36 Minuten leuchten. Nicht zu vergessen, dass der Computer, Fernseher oder Laptop, ebenfalls noch Strom benötigen. Wer also über den Fernseher streamt und nebenbei mit dem Laptop arbeitet, hat also einen enormen Energiebedarf.

Heute weiß man, dass auch die Cloud-Dienste nicht den gewünschten Erfolg mit sich bringen. Zu Beginn lautete der Plan, die technisch sehr anspruchsvollen Berechnungen auf den Servern zu bearbeiten, sodass der Endnutzer letztlich nur das Ergebnis streamen muss. Eine Vorgehensweise, die etwa schon die Sprachassistenten Siri wie Alexa nutzen. So kann der Endnutzer Unmengen an Rechenkapazitäten einsparen. Die Serverfarmen können des Weiteren die Berechnungen schneller wie effektiver durchführen. Jedoch gehen einige Experten bereits davon aus, dass der immer höher werdende Datenverkehr keine Einsparungen erlaubt, die man sich durch die Cloud-Lösungen erhofft hat.

Kommen jetzt Warnhinweise?

Einige Unternehmen versuchen bereits, ihre Server zu optimieren. Denn der immer höher werdende Stromverbrauch sorgt natürlich dafür, dass auch das IT-Unternehmen immer höhere Kosten zu tragen hat. Wird Strom gespart, so schont man einerseits die Umwelt, andererseits spart man an Kosten. Vor allem gibt es jetzt auch immer mehr Unternehmen, die etwa versuchen, die Abwärme, die durch die Rechenzentren entstehen, „einzufangen“, damit sodann Gebäude geheizt werden können.

Einige Experten fordern unter anderem auch Warnhinweise, die etwa bei YouTube-Videos eingeblendet werden könnten. Wird also demnächst zu lesen sein, dass das Abspielen dieses Videos die Umwelt belastet?

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